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Bauerbach

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Bauerbach gehört zu den ältesten Orten Südthüringens und wurde 882 erstmals urkundlich erwähnt. Unweit der Residenzstadt Meiningen gelegen, gehörte das Dorf im 18. Jahrhundert der reichsfreiherrlichen Familie von Wolzogen. Hier fand Schiller auf seiner Flucht vor Herzog Carl Eugen von Württemberg Asyl bei Baronin Henriette von Wolzogen.

 

 

 

Von dieser instruiert, nahm der Meininger Bibliothekar Reinwald den damals 23-jährigen Schiller in Empfang und brachte ihn am Abend des 7. Dezember 1782 nach Bauerbach, wo er als Dr. Ritter im Gutshaus der Familie von Wolzogen Unterschlupf fand. Reinwald, der später Schillers Schwester Christophine heiratet, versorgte ihn mit Schreibmaterial und Literatur. Hier entstand unter anderem „Louise Millerin“, jenes Drama, das später auf Betreiben Ifflands in „Kabale und Liebe“ umbenannt worden ist. Auch die ersten Kapitel von „Don Carlos“ schrieb er in der Abgeschiedenheit des kleinen Dorfes. Das Gutshaus der Familie von Wolzogen ist heute ein Museum, das den Besuchern die Zeit nahe bringt, in der Schiller hier sieben Monate gelebt und gearbeitet hat.

 

Schillers Andenken wird seit mehr als 100 Jahren in Bauerbach aktiv gepflegt. 1959 wurde das Naturtheater im einstigen Wolzog’schen Fohlengarten gegründet. Es ist damals aus einer Theater Laienspielgruppe hervorgegangen. Etwa die Hälfte der Dorfbevölkerung engagiert sich im Rahmen der Schillerpflege. Mit Aufführungen wie „Die Räuber“, „Wilhelm Tell“, „Kabale und Liebe“, aber in jüngster Zeit auch mehr und mehr Stücke anderer Autoren, haben sich die Bauerbacher einen Namen gemacht und überregionalen Bekanntheitsgrad erlangt.  Schillers Inszenierungen wie „Die Jungfrau von Orleans“ 2005 und „Wilhelm Tell“ 2009 setzten besondere Akzente.

Das Naturtheater Bauerbach ist Träger des Thüringer Kulturpreis 2005. Es gastierte bereits zweimal im fernen Japan.

 

Die alljährlichen phantasievollen und spannenden Freilichtaufführungen mit ansprechenden Kulissen verleihen den Besuchern aller Altersgruppen ein einmaliges, unvergessliches Flair, von Kultur und Natur. Das Bauerbacher Theater ist zwischenzeitlich zu einem besonderen kulturellen Anziehungspunkt für alle Altersgruppen in der Region geworden.

 

Die Schiller- Begegnungsstätte, die Theaterscheune, das Dorfbackhaus oder die kleine Dorfkirche, der Jüdische Friedhof sind neben dem Schiller-Museum und dem Naturtheater weitere dörfliche Sehenswürdigkeiten, die den kleinen Ort besonders attraktiv machen.

Gut ausgeschilderte Wanderwege, dazu gehört auch der historische Schiller-Wanderweg von Meiningen nach Bauerbach führen in den idyllischen Schillerort. Von Bauerbach aus kann man  weitere bekannte Ausflugsziele der Region erkunden, so z.B. die Henneburg oder die St.-Leo-Kirche nach Bibra.

 

Bauerbach pflegt seit vielen Jahren eine sehr enge und konstruktive Partnerschaft zu den namensgleichen Orten Bretten-Bauerbach in Baden-Württemberg, zu Marburg-Bauerbach in Hessen und zu Evans im Gebiet Jura in Frankreich.

 

 

Der Ortsteil Bauerbach hat 267 Einwohner und eine Gemarkungsfläche von 604,34 ha.