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Feuerwehr

Nach der Gründung der Gemeinde Grabfeld am 1. Dezember 2007 wurde am 25. April 2008 auf der Grundlage des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetzes sowie der Satzung der Feuerwehr Grabfeld in einer Jahreshauptversammlung mit der Wahl der Wehrleitung die Freiwillige Feuerwehr Grabfeld gegründet. Sie besteht aus den Ortsteilfeuerwehren Exdorf/Obendorf, Jüchsen, Queienfeld, Wolfmannshausen, Behrungen, Berkach, Nordheim, Schwickershausen, Bauerbach und Bibra/Rentwertshausen.

 

Feuerwehren Grabfeld

 

Der oberste Dienstherr der Feuerwehr ist der Bürgermeister. Geführt wir die Freiwillige Feuerwehr Grabfeld durch den Ortsbrandmeister. Den Ortsteilwehren stehen die Wehrführer vor.

 

Die Feuerwehren der Gemeinde Grabfeld sind zuständig für die Brandbekämpfung und die allgemeine Hilfe in unserem Gemeindegebiet mit einer Fläche von rund 116 km² sowie für die Sicherheit unserer rund 5.400 Einwohner. Aber auch in den Nachbarorten helfen die Kameraden bei größeren Schadensereignissen, sollte dies notwendig werden. Weiterhin betreuen sie etwa 20 km der Autobahn A 71 zwischen den Anschlussstellen Mellrichstadt und Meiningen Süd inklusive dem Tunnel Eichelberg.

 

Derzeit übernehmen rund 150 Kameradinnen und Kameraden in der Einsatzabteilung sowie etwa 40 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr ehrenamtlich diese vielfältigen Aufgaben. Der Mitgliederstand ist momentan stabil. Allerdings ist in fast allen Ortsteilwehren in den kommenden Jahren ein Rückgang durch das Ausscheiden älterer Kameraden zu erwarten. Junge Leute rücken aus den überall bekannten Gründen (demographischer Wandel, andere Interessen, fehlende Motivation, mangelnde Bereitschaft, sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit zu engagieren usw.) kaum nach. Somit fehlt es dann auch an Führungskräften (z.B. Gruppenführer) sowie Kameraden mit Spezialausbildung (Atemschutzgeräteträger u.ä.).

 

Die Jugendarbeit konzentriert sich hauptsächlich in den Ortsteilen Jüchsen, Queienfeld, Wolfmannshausen und Behrungen. Hier wird eine sehr gute Jugendarbeit geleistet und durch die Jugendwarte und ihre Helfer alles getan, um junge Menschen für die Feuerwehr zu begeistern und ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben. Und nicht zuletzt sind das unsere Einsatzkräfte von morgen.

 

14 Löschfahrzeuge mit verschiedenster feuerwehrtechnischer Ausstattung sowie 3 Transporter und diverse Anhänger stehen den Kameraden der Grabfeldwehr zur Bewältigung ihrer Aufgaben zur Verfügung. Diese beschränken sich schon lange nicht mehr nur auf das Löschen von Bränden. Heute ist der überwiegende Teil der Einsätze die technische Hilfeleistung in den verschiedensten Formen. Das Spektrum reicht von der Beseitigung einer simplen Ölspur bis hin zu schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten und auch Toten. Manchmal stoßen die Einsatzkräfte gerade in diesem Bereich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch an ihre Grenzen. Im Durchschnitt rückten die Grabfeldfeuerwehren in letzten Jahren ca. 30-mal im Jahr aus. Waren es noch 2004 – 2008 im Durchschnitt ca. 15 Einsätze pro Jahr, so hat sich die Einsatzhäufigkeit nahezu verdoppelt. Ein Grund hierfür ist zweifellos die Autobahn A 71. Auch die Einsätze nach Unwettern spielen auf Grund des Klimawandels eine immer größere Rolle. Bei der Häufigkeit der Brandeinsätze ist die Tendenz auch wieder steigend.

 

Eine besondere Herausforderung war schon vor Gründung der Einheitsgemeinde die Sicherstellung der Tageseinsatzbereitschaft der Feuerwehren im Grabfeld. Zur Sicherung der Einsatzbereitschaft während der personal - kritischen Zeiten (wochentags zwischen 6.00 Uhr – 18.00 Uhr) hat die damalige Verwaltungsgemeinschaft Grabfeld bereits 2007 eine so genannte Tageslöschgruppe gebildet. Sie setzt sich aus Kameraden zusammen, die tagsüber erreichbar sind (Arbeitsplatz in der Gemeinde, Schichtarbeiter, Selbstständige usw.) und dann im Rendezvousverfahren Material und Kräfte zum Einsatzort bringen. Derzeit sind in der Tageslöschgruppe etwa 20 Kameraden aus den Ortsteilen Jüchsen, Wolfmannshausen, Behrungen, Berkach und Rentwertshausen aktiv. Sie werden im angegeben Zeitraum zusätzlich bei jedem größeren Einsatz im Gemeindegebiet sowie auf der Autobahn A71 per Piepser alarmiert. Einmal im Monat wird gemeinsam Ausbildung gemacht, um die Fähig- und Fertigkeiten weiter zu festigen. Und dass die Tageslöschgruppe gebraucht wird, hat sich in zahlreichen Einsätzen in den letzten Jahren immer wieder bewiesen. Sie hat Schule gemacht und an Aktualität nichts verloren. Viele Kommunen im Landkreis haben heute auch ähnliche Strukturen.

 

Aber die Aktiven sind nicht immer nur aktiv, wenn die Sirene bzw. der Funkmeldeempfänger vom Weihnachtsessen weg ruft, diese aus dem Bett wirft oder die Kinokarten für abends verfallen lässt, weil ein Feuer nicht in fünf Minuten gelöscht ist, der Autounfall nicht nur den Betroffenen den Tag oder Abend vermiest. Nein, die Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr unterstützen neben ihrer regelmäßigen Ausbildung, die sie absolvieren müssen, um professionell helfen zu können, den Übungen und Einsätzen auch z.B. bei Fackelumzügen, bei Veranstaltungen des Feuerwehrvereins oder anderer Vereine, machen Brandsicherheitswachen bei verschiedenen Veranstaltungen, übernehmen die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen und, und, und.

 

Und das alles tun sie unentgeltlich, ehrenamtlich. Sie sind einsatzbereit, sind da, wenn man sie braucht. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr… für den Schutz unserer Einwohner in unserer Gemeinde Grabfeld.

 

Mike Wenzel

Ortsbrandmeister